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Sonntag, 22. Juni 2008
Stürmische See
dentima, 01:10h
So schnell geht das, jetzt habe ich schon die zweite Woche "überstanden". Am Dienstag hatten wir ein "wichtiges Treffen für alle zahnmedizinischen Angestellten der Stavanger Kommune". Also, 60 Leute aufs Boot, eine halbe Stunde Fahrt und ab auf die Blumeninsel. Dann erst mal Kaffee trinken, eine Vorstellungsrunde aller Personen, die entweder die Klinik gewechselt haben oder neu in Stavanger sind. Ich bin tatsächlich die einzige Deutsche hier. War ganz schön anstrengend, dauernd stand jemand vor mir und ich hab die ganze Zeit meinen Lebenslauf wiederholen müssen. Dann hat Trond, der Overtannlege ne kleine Ansprache gehalten, direkt im Anschluß geführte Tour durch den botanischen Garten mit den nördlichsten Palmen der Welt - zumindest angeblich. (Fotos unter "Themen -Flor og Fjaere") Mittagessen - hatte ja mit nichts Gutem gerechnet, kenne ja die norwegische Küche - aber- echt phantastisch! Danach eine halbe Stunde Vortrag und kleine Spielchen. Also mal echt ein entspannter Arbeitstag :) Gestern (Freitag) bin ich dann direkt nach der Arbeit in die Stadt gefahren, war noch mal in der SUPERBib und habe dann das Schnellboot nach Kopervik genommen. Die Fahrt dauerte eine Stunde und war wirklich ähh, wie soll ich sagen, so ein bischen wie Achterbahn fahren. Ist halt ein Katamaran, und - Christina - du erinnerst dich bestimmt - man hüpft halt irgendwie über eine Welle um dann umso tiefer in die nächste zu fallen. Nur blöd, dass die Wellen eher von der Seite kamen. Habe schon in Gedanken die Notfallsituation durchgespielt und mir den schnellsten Weg in Richtung Notausgang zurechtgelegt. Angekommen sind wir dann aber doch..
Wiebke hat mich dann abgeholt, am nächsten morgen ging es dann um halb sechs zum Flughafen nach Haugesund. Wiebke wird die nächsten Wochen ja in Tansania verbringen. Lykke til!! Netterweise darf ich ihr Auto in dieser Zeit benutzen, jetzt bin ich wenigstens etwas mobiler.
Ja, hatte mir letzte Woche ein neues Fahrrad gekauft, war überglücklich mal schneller voranzukommen. Dachte nur schon auf dem Nachhauseweg.. komisch diese Federgabel vorne, fühlt sich ja so an, als wenn man n Platten hätte. bin extra noch abgestiegen und habe nachgeschaut ob alles in Ordnung ist.. und bin zu dem Schluß gekommen, dass es wohl so sei. Tja, am nächsten morgen konnte ich dann wieder zur Arbeit laufen. Hab mir jetzt ne Luftpumpe besorgt. Glaube aber, dass es damit wohl nicht getan ist.GRRRR son Mist!
Meine Helferin Rutti und ich bilden übrigens ein tolles Team. Ihr Kurzzeitgedächtnis scheint verblüffenderweise noch schlechter ausgeprägt zu sein als meins, und in die "mein leben ist durchzogen von blöden aktionen" Gruppe bei studivz kann sie sich auch gleich einordnen. Da ja irgendwie alles drunter und drüber läuft was die Organisation der ganzen Arbeitssituation in der Klinik angeht, haben wir einige Überstunden investiert, um Postkarten für Patienten auszudrucken, die in ca 2 Wochen zur Kontrolluntersuchung kommen sollen. Vorher mussten noch die Listen durchgesehen werden, um herauszufinden, welche Patienten das denn sind. Das hätte eigentlich schon vor meiner Ankunft geschehen sollen..aber nun gut. Wir den Mist ausgedruckt (80-100 Stück) und Briefmarken drauf geklebt. Dann haben wir noch aus Versehen beim Verlassen der Klinik den Alarm ausgelöst. Mit unserer "nichts wie weg" Mentalität sind wir dann genau bis auf den Parkplatz gekommen. Der Fluchtversuch hat sich wortwörtlich in Luft aufgelöst, und zwar in dem Augenblick, als Rutti (gespr. Rütti) sich auf den Schreck erst mal ne Zigarette anzünden wollte und gleichzeitig eine kräftige Wind/Regenböe von links kam. Der folgende Teil war wirklich ABSOLUT filmreif!!! Unsere mühsam, einzeln ausgedruckten Karten wurden vom Winde verweht.. Ich dachte ehrlich, dass bei Filmszenen mit fliegendem Papier riesige Ventilatoren eingesetzt werden,um das ganze dramatischer erscheinen zu lassen. Aber jetzt bezweifle ich das. Die Karten waren ÜBERALL! 5m über mir, in der Pfütze vor mir, im Gebüsch rechts neben mir.. flogen vor meinen Augen übers Geländer den Berg hinunter. Ich bekam einen Lachanfall und war erstmal außer Gefecht gesetzt, während Rutti panisch ihre Sachen ich den Dreck warf und den Karten hinterherrannte. Wir haben dann die folgende Viertelstunde damit verbracht nach Karten zu greifen, die um uns herumflatterten, draufzutreten, aus dornigen Büschen zu ziehen, aber meistens: zu rennen und dann die Karte im letzten Augenblick doch noch wegfliegen zu sehen... und das, während es in Strömen regnete. Tja, keine Ahnung wie viele verloren gegangen sind.Mindestens 15-20, schätze ich. Gut, dass es hier immer genug zu tun gibt. Wir warten einfach, welche Patienten nicht erscheinen und rufen diese dann an.
HAA DÄÄÄ!
Manuela
Wiebke hat mich dann abgeholt, am nächsten morgen ging es dann um halb sechs zum Flughafen nach Haugesund. Wiebke wird die nächsten Wochen ja in Tansania verbringen. Lykke til!! Netterweise darf ich ihr Auto in dieser Zeit benutzen, jetzt bin ich wenigstens etwas mobiler.
Ja, hatte mir letzte Woche ein neues Fahrrad gekauft, war überglücklich mal schneller voranzukommen. Dachte nur schon auf dem Nachhauseweg.. komisch diese Federgabel vorne, fühlt sich ja so an, als wenn man n Platten hätte. bin extra noch abgestiegen und habe nachgeschaut ob alles in Ordnung ist.. und bin zu dem Schluß gekommen, dass es wohl so sei. Tja, am nächsten morgen konnte ich dann wieder zur Arbeit laufen. Hab mir jetzt ne Luftpumpe besorgt. Glaube aber, dass es damit wohl nicht getan ist.GRRRR son Mist!
Meine Helferin Rutti und ich bilden übrigens ein tolles Team. Ihr Kurzzeitgedächtnis scheint verblüffenderweise noch schlechter ausgeprägt zu sein als meins, und in die "mein leben ist durchzogen von blöden aktionen" Gruppe bei studivz kann sie sich auch gleich einordnen. Da ja irgendwie alles drunter und drüber läuft was die Organisation der ganzen Arbeitssituation in der Klinik angeht, haben wir einige Überstunden investiert, um Postkarten für Patienten auszudrucken, die in ca 2 Wochen zur Kontrolluntersuchung kommen sollen. Vorher mussten noch die Listen durchgesehen werden, um herauszufinden, welche Patienten das denn sind. Das hätte eigentlich schon vor meiner Ankunft geschehen sollen..aber nun gut. Wir den Mist ausgedruckt (80-100 Stück) und Briefmarken drauf geklebt. Dann haben wir noch aus Versehen beim Verlassen der Klinik den Alarm ausgelöst. Mit unserer "nichts wie weg" Mentalität sind wir dann genau bis auf den Parkplatz gekommen. Der Fluchtversuch hat sich wortwörtlich in Luft aufgelöst, und zwar in dem Augenblick, als Rutti (gespr. Rütti) sich auf den Schreck erst mal ne Zigarette anzünden wollte und gleichzeitig eine kräftige Wind/Regenböe von links kam. Der folgende Teil war wirklich ABSOLUT filmreif!!! Unsere mühsam, einzeln ausgedruckten Karten wurden vom Winde verweht.. Ich dachte ehrlich, dass bei Filmszenen mit fliegendem Papier riesige Ventilatoren eingesetzt werden,um das ganze dramatischer erscheinen zu lassen. Aber jetzt bezweifle ich das. Die Karten waren ÜBERALL! 5m über mir, in der Pfütze vor mir, im Gebüsch rechts neben mir.. flogen vor meinen Augen übers Geländer den Berg hinunter. Ich bekam einen Lachanfall und war erstmal außer Gefecht gesetzt, während Rutti panisch ihre Sachen ich den Dreck warf und den Karten hinterherrannte. Wir haben dann die folgende Viertelstunde damit verbracht nach Karten zu greifen, die um uns herumflatterten, draufzutreten, aus dornigen Büschen zu ziehen, aber meistens: zu rennen und dann die Karte im letzten Augenblick doch noch wegfliegen zu sehen... und das, während es in Strömen regnete. Tja, keine Ahnung wie viele verloren gegangen sind.Mindestens 15-20, schätze ich. Gut, dass es hier immer genug zu tun gibt. Wir warten einfach, welche Patienten nicht erscheinen und rufen diese dann an.
HAA DÄÄÄ!
Manuela
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Dienstag, 17. Juni 2008
die erste Arbeitswoche
dentima, 00:37h
So, ich habe vieles von der ersten Woche zu berichten. Die Klinik ist gut zu Fuß zu erreichen, brauche ca. 15-20 Minuten. Per Aufzug (zum Glück)gehts dann in den 5. Stock, ich habe eine WAHNSINNS-Aussicht, riesige Fenster, Blick auf den Store Stokkavatnet (Fotos unter "Themen").Alle Patienten sind total begeistert und glücklich, dass sie während der Behandlung nach draussen schauen können (wenigstens ab und zu). Ausser mit arbeiten noch 2 andere Zahnärzte in der Klinik. Davon ist einer allerdings gerade krank (Ivan - aus Bulgarien), und Greta hatte heute ihren letzten Arbeitstag, weil sie an einer Klinik für Spezialisten anfängt. Ab Juli bekommen wir dann Verstärkung, Ragnhild (von wegen schöne nordische Namen), eine Norwegerin frisch von der Uni. Somit sind wir ein echt junges Team.
Am ersten Arbeitstag war mein "Overtannlege"= Oberzahnarzt namens Trond um acht Uhr dzur Stelle, allerdings anscheinend nur, um mir einen Haufen Zettel in die Hand zu drücken, mit der Aufforderung die jeweiligen Punkte abzuarbeiten. Dann hat er das Computernetzwerk erklärt, mir gesagt, dass das mit dem Passwort für mich nicht geklappt hat und ich somit keinen Zugriff auf die Datenbanken habe (die ich doch studieren sollte um meine Liste abzuarbeiten). Toll... dann kam der erste Patient rein, meine Helferin, die am ersten gemeinsamen Arbeitstag prompt verschlafen hatte, direkt hinterher. Bis ich dann rausgefunden hatte wie denn der Zahnarztstuhl zu bedienen ist (ohne die Patienten jedesmal bis unter die Decke zu fahren) und ich erstmal rausgefunden hatte, welche Materialien denn überhaupt verwendet werden, verging dann einige Zeit. Ja, der Rest der Woche war dann ähnlich. Mein Passwort habe ich bis heute nicht.. aber das mit der Liste war wohl auch nicht so ganz ernst gemeint.
Auf jeden Fall ist das arbeiten hier wie auch in Finnsnes damals sehr entspannt und ich fühle mich sehr wohl in der Klinik.
Morgen ist "Betriebsausflug", feue mich schon sehr.
Bis bald, lasst mal was von euch hören!
Am ersten Arbeitstag war mein "Overtannlege"= Oberzahnarzt namens Trond um acht Uhr dzur Stelle, allerdings anscheinend nur, um mir einen Haufen Zettel in die Hand zu drücken, mit der Aufforderung die jeweiligen Punkte abzuarbeiten. Dann hat er das Computernetzwerk erklärt, mir gesagt, dass das mit dem Passwort für mich nicht geklappt hat und ich somit keinen Zugriff auf die Datenbanken habe (die ich doch studieren sollte um meine Liste abzuarbeiten). Toll... dann kam der erste Patient rein, meine Helferin, die am ersten gemeinsamen Arbeitstag prompt verschlafen hatte, direkt hinterher. Bis ich dann rausgefunden hatte wie denn der Zahnarztstuhl zu bedienen ist (ohne die Patienten jedesmal bis unter die Decke zu fahren) und ich erstmal rausgefunden hatte, welche Materialien denn überhaupt verwendet werden, verging dann einige Zeit. Ja, der Rest der Woche war dann ähnlich. Mein Passwort habe ich bis heute nicht.. aber das mit der Liste war wohl auch nicht so ganz ernst gemeint.
Auf jeden Fall ist das arbeiten hier wie auch in Finnsnes damals sehr entspannt und ich fühle mich sehr wohl in der Klinik.
Morgen ist "Betriebsausflug", feue mich schon sehr.
Bis bald, lasst mal was von euch hören!
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Samstag, 7. Juni 2008
unter Verbrechern
dentima, 23:44h
Andreas ist heute morgen zurück nach Deutschland gefahren. Ich habe den Sonnentag genossen und die nähere Umgebung erkundet. Gleich die Straße runter ist ein Golfplatz.. vielleicht werd ich ja doch noch zum Klischee-Erfüller. Und daneben ein riesengroßer, schöner See. Schade dass ich kein Schwimmzeug dabei hatte. Fotos gibts unter "Themen"-Store Stokavanet. Ohne Fortbewegungsmittel ist es ja recht schwierig, deswegen bin ich dann erst mal zurück und hab mir die neuen Inliner untergeschnallt (was heisst neu - sagen wir mal selten benutzt). Wie sich herausstellte sind sie doch ETWAS schneller als die, die ich sonst immer benutzte. Und wir wohnen auf einem ziemlich hohen HÜGEL. Wie ich runter gekommen bin, will ich lieber nicht ausführlich beschreiben..
Wieder zurück: die Nachbarn bauen da was auf der Strasse auf. Sieht nach Pavillion aus. PARTY?! Blöd dass ich nicht eingeladen bin...
3 Stunden später sieht das Fest eher mäßig aus. Wenig Leute; ABER: DIE TRINKEN ALKOHOL IN DER ÖFFENTLICHKEIT!!! was soll da so besonders dran sein denkt ihr jetzt wohl, aber das ist in Norwegen eigentlich STRENGSTENS untersagt (außer man sitzt vor ner Kneipe) Ha, hier bin ich auf jeden Fall richtig.
Und dass, wo ich doch heute noch gedacht hab: "man wie spießig hier, ist so ne richtige Vorstadtsiedlung, hübsch mit kleinen Rasenflächen vor der Haustür und 3 Spielplätzen an der Straße. Da wo alle immer nett grinsen.."
Stavanger ist sonst eine sehr kontrastreiche Stadt. Zum einen die weißen Holzhäuser der Altstadt, dann der Hafen mit den riesigen Schiffen die dort anlegen; und in diversen Vororten werden modernste Bauten aus dem Boden gestampft.. passt aber trotzdem alles zusammen. Der Reichtum der Stadt macht sich schon sehr stark bemerkbar; an Einkaufsmöglichkeiten mangelt es hier wahrlich nicht. Wir haben schon mehr als 8 Zentren entdeckt, die anscheinend amerikanischem Standard entsprechen: einfach nur riesengroß.
Ha det! gespr.: HAAA DÄÄÄ ! (norw.: Tschüs!)
Wieder zurück: die Nachbarn bauen da was auf der Strasse auf. Sieht nach Pavillion aus. PARTY?! Blöd dass ich nicht eingeladen bin...
3 Stunden später sieht das Fest eher mäßig aus. Wenig Leute; ABER: DIE TRINKEN ALKOHOL IN DER ÖFFENTLICHKEIT!!! was soll da so besonders dran sein denkt ihr jetzt wohl, aber das ist in Norwegen eigentlich STRENGSTENS untersagt (außer man sitzt vor ner Kneipe) Ha, hier bin ich auf jeden Fall richtig.
Und dass, wo ich doch heute noch gedacht hab: "man wie spießig hier, ist so ne richtige Vorstadtsiedlung, hübsch mit kleinen Rasenflächen vor der Haustür und 3 Spielplätzen an der Straße. Da wo alle immer nett grinsen.."
Stavanger ist sonst eine sehr kontrastreiche Stadt. Zum einen die weißen Holzhäuser der Altstadt, dann der Hafen mit den riesigen Schiffen die dort anlegen; und in diversen Vororten werden modernste Bauten aus dem Boden gestampft.. passt aber trotzdem alles zusammen. Der Reichtum der Stadt macht sich schon sehr stark bemerkbar; an Einkaufsmöglichkeiten mangelt es hier wahrlich nicht. Wir haben schon mehr als 8 Zentren entdeckt, die anscheinend amerikanischem Standard entsprechen: einfach nur riesengroß.
Ha det! gespr.: HAAA DÄÄÄ ! (norw.: Tschüs!)
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